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Tobias am 24. Juli 2011. Abgelegt in
Allgemein Mein Wochenende:
Los gings am Freitag, als ich von der Arbeit heimgegangen bin und mir mitten auf der Straße eine Frau den Weg versperrt hat. Ich bins zwar gewöhnt jeden Tag auf dem Weg angepöbelt zu werden und ständig nach Geld gefragt zu werden aber das war neu. Als ich versuchte auszuweichen, holte sie ihr Baby vom Rücken (Die Babys werden hier immer auf dem Rücken getragen) und wollte es mir andrehen. Zunächst habe ich mich an einen sehr bekannten Film über einen Filmriss erinnert, als ich aber merkte, dass sie es ernst meinte, wurde ich doch etwas verlegen. Letztlich habe ich ziemlich oft “awe!” (nein) gesagt und bin schnell ausgewischen. Im halben Laufschritt bin ich schnell zum Bus und nix wie ab. Ich dachte zwar, ich hätte hier einige knifflige Situationen erlebt, aber es kann immer wieder überraschende, neue Extremsituationen geben.
Am freitagabend war ich mit meinen Eltern auf einer “Oldies-Night”. Hörte sich anfangs sehr langweilig an und der Abend hielt auch, was er versprach. Zum sterben langweilig… Trotzdem war es letztlich ein recht gelungener Abend, hab nämlich bei der Verlosung ne Flasche Brandy gewonnen:)
Samstag war dann ein relativ ruhiger Tag geplant. Nachdem ich mal wieder mit Visa-Problemen rumkämpfen musste, war ich gegen mittag mal wieder bei meinem DVD-Mann, bisschen plaudern und sonst wars noch interessant die letzten Tage hier mit meiner Gastfamilie zu verbringen. Morgen kommen nämlich schon unsere Nachfolger an und ich befürchte danach geht das alles ganz schnell. Aber nun gut ich werde mich mal wieder überraschen lassen.
Bis die Tage,
Tobias
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Tobias am 21. Juli 2011. Abgelegt in
Allgemein Da ich ja nicht mehr sonderlich lange hier bin und ab Monatag auch schon unsere Nachfolger kommen,weshalb ich dann auch noch ziemlich beschäftigt sein werde, bin ich diese Woche quasi schon auf Abschiedstour. Es gibt verschiedene Dinge, die ich noch einkaufe, Menschen, denen ich Tschüss sage und vor allen Dingen die Schule…
Mittlerweile habe ich aufgehört zu unterrichten und gehe einfach nur von Klasse zu Klasse, übernehm kurz den Unterricht, helf spontan beim Korrigieren oder plauder einfach nur ein bisschen mit den Kollegen, während die Kids arbeiten. Die meisten sind sehr traurig, dass ich gehe und ich versuche jede Sekunde noch so richtig zu genießen. Gestern hatten wir auch ein Meeting mit allen Mitarbeitern und haben eine kleine “feedback-Runde” gemacht, wobei dieses eigentlich nur aus gegenseitigen Lobeshymnen bestand. Dennoch ein sehr angenehmer und schöner Nachmittag.
Leider musste mein Vater, Clement, die Nacht von gestern auf heute im Krankenhaus verbringen. Glücklicherweise nicht im Zentralkrankenhaus, welches eher Vorkriegszustände aufweist, sondern in einer privaten Klinik, welche wirklich gut ausgestattet ist. Daher habe ich meinen gestrigen Abend bei ihm aufm Zimmer verbracht. Zum Glück war es nichts Ernstes. Er war für eine routine Untersuchung gekommen und die Ärzte wollten ihn nur für eine Nacht dabehalten. Aus Grund dessen hab ich heute morgen auch gewartet bis er heim kam, auf der Schule war man sowieso auf mein Fehlen vorbereitet, da ich ja noch eine Menge andere Dinge erledigen muss. Um zehn Uhr heute morgen bin ich schließlich doch nochmal Richtung Schule aufgebrochen. Auf dem Weg dorthin wollte ich bloß einen kleinen Halt bei meinem Stamm DVD-Händler machen, um nachzusehen, welche neuen DVDs er hat. Hier in Sambia ist das so, dass man gut zwei Wochen nach internationalem Kinostart sämtliche Kinofilme bereits auf DVD kaufen kann. Die Filme sind meistens auf englisch und chinesisch und ich habe keinen Plan, wie man es schafft Filme, in der Masse, einfach so verkaufen zu dürfen. Interessiert aber niemanden ob das ganze so offiziell bzw. legal ist, am wenigsten die Regierung. Überall gibt es fliegende Händler und manche haben auch eine kleine Bude. Mein Händler hat ein Büdchen. Da er mir aber immer gute DVD Qualität liefert und auch sonst ganz freundlich drauf ist, kauf ich immer bei ihm. Als ich heute dort war, bekam er einen Anruf und musste irgendwas (keine Ahnung was) erledigen. Also bat er mich kurz auf seinen Stand aufzupassen. Ehe ich mich versah saß ich also mitten in der Stadt, bei starkem Betrieb in einem dieser kleinen Büdchen und verkaufte DVDs. Erst zwei Stunden später kam der Kerl dann schließlich wieder und schenkte mir zum Dank gleich zwei DVDs. Verkauft hab ich leider gar nix in der Zeit, was aber ziemlich normal ist, da man, wie gesagt, überall die gleichen Filme angedreht bekommt. Nur war ich plötzlich und unerwartet der Star der ganzen Straße. Für die Einheimischen war es sicher ein sehr sehr ungewöhnliches Bild einen Weißen in einer solchen Bude zu sehen und das übliche Gegaffe stieg nochmal stark an. Mir wars egal, ich hatte echt Spass dabei und anschließend habn wir noch lange geplaudert.
So viel zu meiner kurzen und wenig erfolgreichen Karriere als DVD-Händler. Der Vorsatz heute nochmal bei der Schule vorbeizugucken war allerdings damit auch schon wieder verloren, was aber nicht so schlimm ist, da ich eh schon abgesagt hatte und auch noch andere Dinge erledigen musste.
So das wars erstmal wieder aus Sambia. Mich erwarten jetzt ziemlich anstrengende, stressige, letzte Tage. Morgen bin ich auf der Oldies-Night von der “small christian community” meiner Familie, am Samstag in der Kitwe mich von meinen Freunden verabschieden und ab Montag steht auch schon wieder Programm für die “Neuen” an.
Ich genieße meine Tage jetzt noch und freue mich aber auch schon tierisch auf “Omas Gemüsesuppe” in Deutschland.
Bis dann,
Tobias
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Tobias am 13. Juli 2011. Abgelegt in
Allgemein Die letzten beiden Wochen vergingen mal wieder wie im Flug.
Ich hatte Besuch aus Deutschland und so waren wir eine Woche lang an der Schule und die zweite Woche in Livingstone. Eigentlich war mein Plan, die beiden Mädels alleine loszuschicken, aber da der Montag und Dienstag der Woche sowieso schon allgemeine Urlaubstage waren, hat man sich hier in Ndola kurzerhand dazu entschieden, die ganze Woche frei zu machen. Grund war eine große Messe hier in Ndola, für welche Aussteller aus ganz Afrika kommen. Es ist so ziemlich das wirtschaftliche Großereignis des Landes und daher auch von großer Bedeutung. Warum man aber dafür extra Feiertage ausruft und das auch noch eine Woche lang, ist mir schleierhaft. Naja, letztlich war es für mich/uns ganz gut, schließlich konnte ich die Mädels so auf der Tour nach Livingstone, an die „Big Falls“ begleiten.
Wir hatten eine wunderbare Zeit und wiedereinmal wurden auch mir komplett neue Perspektiven auf Dinge ermöglichst, welche ich vorher für völlig normal erachtet habe. Zum Beispiel, dass fast alle Autos hier zerbrochene Windschutzscheiben haben und sehr verrostet sind. Die meisten dieser Autos würden in Deutschland wohl grade gut genug für die Schrottpresse sein, von einer Fahrerlaubnis ganz zu schweigen. Dennoch sind die Menschen, speziell die Taxifahrer, unglaublich stolz auf diese, ihre, Autos. Sie werden gepflegt und gewaschen so oft es nur geht. Bislang habe ich das gar nicht so richtig wahrgenommen, aber jetzt wird mir bewusst, wie viel Liebe und Freude die Menschen in diese „Autos“ stecken. Es ist ein schönes und zugleich beschämendes Gefühl zu sehen, wie sehr sich die Menschen an ihrem wenigen Besitz so freuen können. Das gleiche gilt übrigens für sehr viele öffentliche Verkehrsmittel oder auch diese ewig vielen Straßenhändler, die einem ständig gefälschte „Roy Ban“-Sonnenbrillen oder „Gucci“-Taschen andrehen wollen. Meistens begegnet man ihnen mit großer Verachtung und belächelt sie insgeheim für ihre gefälschten, schlechten Waren. Oft wird dabei übersehen, dass sie ihre Uhren, auch wenn sie keine große Lebenserwartung haben, oder was auch immer, sehr pflegen und selbst nicht viel dafür können, dass sie den „Ramsch“ verkaufen müssen. Irgendwo muss man schließlich Geld für Nahrung, Frau und Kinder herbekommen. Und daher muss man einfach auch in gewisser Hinsicht aufdringlich und nervig sein, sonst beachtet einen ja niemand.
Das ist nur eins von mehreren Beispielen, wie ich in den letzten Tagen/Wochen viele Dinge ganz anders wahrnehme, als ich es bisher getan habe. Umso mehr ich mit meinem Kopf wieder in Deutschland herumgeister und mir Gedanken um den Abschied mache, umso intensiver und differenzierter nehme ich das Leben hier wahr. Wenn ich durch die Straßen gehe kommt mir alles sehr unwirklich vor und ich fühle mich oft an meinen ersten Tage in Ndola erinnert. Das liegt sicherlich auch an dem hervorragendem Schwefelgeruch, welcher mittlerweile wieder über der Stadt liegt. Es ist Trockenzeit und die Menschen fangen an, mal wieder alles zu verbrennen, was sie finden können. Überall gibt es kleine Feuer. Mal Müll, mal Gartenabfälle und manchmal auch beides.
Ich bin jetzt mal gespannt was die letzten zweieinhalb Wochen noch so bringen werden und versuche meine Zeit so gut es geht zu genießen. Ist zwar nicht immer einfach und grade jetzt kommt mir alles sehr seltsam und irreal vor, aber nun gut, es ist trotzdem nach wie vor sehr spannend hier zu leben.
Ich schreibe übrigens grade live ausm Lehrerzimmer, habe eine Freistunde.
Bis die Tage mal, genießt die Fotos, die ich unten hochgeladen habe!
Tobias

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Tobias am 24. Juni 2011. Abgelegt in
Allgemein Heute Nachmittag hat ein Wettbewerb zwischen zehn verschiedenen Schulen, bzw. deren siebte Klassen, aus der Umgebung stattgefunden. Es wurden für jedes der drei Fächer (Englisch, Mathe und Science, also Naturwissenschaften) jeweils vier Schüler/innen ausgewählt. In der ersten Runde stand englisch an, wo wir alle Fragen richtig beantworten konnten und somit mit zwei weiteren Schulen die Führung übernahmen. Dann kam die Horror-Disziplin Mathe. Da ich der Mathe Lehrer bin und wusste, dass es um Mathe unglaublich schlecht bestellt ist, hab ich mir schon passende Ausreden zurechtgelegt. Doch es kam anders: Ausgerechnet in Mathe übernahmen wir die Führung und bauten sie sogar noch ein wenig aus.
Abschließend kam es dann zum großen Showdown in Science. Nach tumultartigen Szenen und der völlig unberechtigten Aberkennung eines Punktes auf unserer Seite, lagen wir mit einer anderen Schule gleichauf. Man verständigte sich schließlich darauf, als Stichfrage zwischen den beiden Erstplazierten eine Mathefrage auszuwählen. Hier setzten wir uns durch und gewannen schließlich die Gesamtwertung. Besonders angemerkt sei hier, dass es sich bei der Stichfrage um genau das handelte, was ich schon seit Wochen verzweifelt versuche zu vermitteln: Einfache Prozentrechnung mit Dreisatz.
Die Sensation war perfekt!
Es folgten regelrechte Jubelorgien und natürlich waren ich und mein Mathelehrer Kollege keineswegs bescheiden, bei der Frage, wer ihnen die Dinge beigebracht hat. Singend und Tanzend verließen wir die andere Schule, an der alles stattfand und gingen singend und tanzend durch die Straßen, bevor wir singend und tanzend unsere Schule erreichten und noch ein gutes Stück lang weiter Sangen und Tanzten.
Leider ist das Ganze, wie so oft im Leben, noch nicht annähernd so schön wie es sich anhört und sein könnte:
Zum einen muss man bedenken, dass lediglich vier Schüler, also die jeweils besten vier, pro Fach angetreten sind. In unserem Fall waren dies sogar meistens dieselben, so dass insgesamt nur 6 verschiedene Schüler für uns angetreten sind. Der Rest fällt sehr deutlich von diesem Niveau ab und hatte mit dem eigentlichen Erfolg nur wenig zu tun. Daher finde ich es falsch unseren Erfolg als Qualitätsmerkmal für die ganze Schule zu sehen.
Der zweite, äußerst bedenkliche Punkt ist das erschreckend niedrige Niveau der anderen Schulen. Vor dem Wettbewerb habe ich mir eigentlich nur Hoffnungen gemacht, nicht letzter zu werden, da ich unsere siebte Klasse nicht grade für die nächsten Einsteins hielt. Jetzt weiß ich: Die sind alle so! Grade in Mathe herrschte sogar bei den Repräsentanten der anderen Schule teilweise nicht mal mittleres (deutsches) Grundschulniveau. Das es zudem teilweise bei Fragen in Englisch und Mathe sogar noch unter den Lehrern den ein oder anderen Ahnungslosen gab spricht ebenfalls nicht unbedingt für das Bildungsniveau in Sambia.
Der dritte Punkt ist, dass es spürbar große Unterschiede zwischen den staatlichen Schulen und Schulen in anderer Trägerschaft gibt. Grade was die Lehrer anbelangt sind die Zustände auf staatlichen Schulen erschreckend und Klassen von bis zu 80 Kindern sind keine Seltenheit. Da bin ich mit meinen 40 Kids noch richtig gut bedient. Im Klartext heißt dieses Dilemma allerdings: Wer reich ist, kommt auf ne gute Schule und wer Waisenkind ist, hat die Chance auf eine nichtstaatliche Schule, welche sich meistens in kirchlicher Trägerschaft befinden. Der Rest hat kaum eine Chance auf vernünftige, ausreichende Schulbildung.
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Tobias am 21. Juni 2011. Abgelegt in
Allgemein Gestern bin ich nach fast 80! Stunden Rückreise per Fähre, motorisiertem Dreirad, Zug und Bus, endlich wieder in Ndola angekommen.
Der Urlaub war natürlich fantastisch und es war super meine Freunde in Dar Es Salaam wiederzusehen.
Die Hinfahrt verlief optimal, so dass wir bereits donnerstags mittags in Dar ankamen. Dort war das Ganze aber dann nicht ganz so einfach, da ich keine Adresse von Fritz, bei dem wir unterkommen konnten, hatte. Daher kamen wir trotz Pünktlichkeit des Zugs erst sehr spät in unserer Unterkunft an. War aber alles halb so schlimm und wir machten und ein paar wunderbare Tage in Dar. Eine sehr sehr vielseitige und spannende Stadt. Schon für kleine Strecken mit dem Bus, für welche ich hier in Ndola etwa 10 Minuten brauchen würde, braucht man dort fast eine Stunde. Der Verkehr ist einfach nur Wahnsinn. Viel zu viele Menschen und Autos auf den Straßen und täglich wächst die Einwohnerzahl um mehrere tausend Menschen. Mittlerweile weiß keiner mehr wie viel Millionen Menschen dort überhaupt leben.
Sonntagmorgens ging es dann mit der Fähre rüber auf Zanzibar, wo wir auch gleich zwei andere Deutsche getroffen haben. Einen von Ihnen kannte ich bereits vom Zwischenseminar, so dass der Kontakt schnell hergestellt war. Wir haben uns dann zusammen eine traumhafte Unterkunft gesucht und konnten jeden Morgen unser Frühstück bei Sonnenaufgang mit Meerblick genießen.
Unternommen haben wir dort leider nicht sonderlich viel. Die meiste Zeit war relaxen am Strand bzw. an unserer Lodge angesagt. Gegen Ende sind wir noch zwei Tage nach „Stonetown“, wo es dann die berühmten engen Gässchen und Verzweigungen gibt. Ebenfalls ein sehr schöner und interessanter Ort.
Insgesamt hatten wir eine wunderbare Zeit in Dar und Zanzibar. Ich habe viel erlebt und wir hatten eine Menge Spass.
Der Rückweg war allerdings weniger Spass, sondern vielmehr Abenteuer. Am Freitagmorgen um sechs Uhr sind wir in Richtung Fähre aufgebrochen. Montag um 13 Uhr war ich endlich zu Hause in Ndola. Zunächst lief alles reibungslos: Wir sind mit der Fähre von Zanzibar nach Dar gefahren und haben sogar noch ein Zugticket bekommen, welches tags zuvor noch als ausverkauft angegeben wurde. Auf halber Strecke in Tansania hatte der Zug allerdings eine ordentliche Panne und wir saßen mehr als 10 Stunden in der Pampa in Tansania fest. Auch vorher und nachher waren wir extremst langsam unterwegs, so dass wir letztlich stolze 21 Stunden Verspätung hatten. Das war sogar für mich ein neuer Rekord hier.
Heute war ich schon wieder an der Schule und habe die siebte Klasse bei ihren monatlichen Tests beaufsichtigt. Über Sinn und Unsinn dieser Tests will ich jetzt gar nicht anfangen zu berichten.
An der Schule selbst ist eigentlich alles beim Alten. Außer, dass die beiden Fathers aus Ghana und den Phillipienen wieder weg sind und wir momentan nur sehr wenige Lehrer hier sind. Ist aber auf Grund der Tests nicht sonderlich schlimm, da ja eh kein normaler Unterricht stattfindet. Für die nächsten Nachmittage habe ich aber immerhin ein paar lustige Dinge als Nachmittagsbeschäftigung mit den Kindern geplant. Normalerweise gibt es nämlich meistens nur die üblichen Workshops wie zum Beispiel Kochen, Schreibmaschinen schreiben oder Stricken. Da tut den Kids ein wenig Abwechslung sicherlich ganz gut.
Fotos ausm Urlaub folgen.
Beste Grüße aus dem tagsüber warmen und nachts schweinekaltem Ndola,
Tobias
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Tobias am 2. Juni 2011. Abgelegt in
Allgemein Momentan ist hier recht wenig los. Schule läuft gut und in der Familie bin ich auch sehr happy. Daher gibt’s auch nicht sonderlich viel zu berichten. Ich würde die letzten Tage ganz einfach mit dem schrecklichen Wort „Alltag“ beschreiben. Das einzige was es so Neues gibt ist, dass ich nächste Woche kurzfristig noch nen kleinen Abstecher nach Dar Es Salam (Tansania) und auf Sansibar mache. In Solwezi (Sambia) hab ich paar Freunde (auch deutsche Freiwillige), die fahren nächste Woche mim Zug nach Tansania und fragten mich, ob ich nicht mitkommen wolle. Da einer meiner österreichischen Freunde von hier sowieso noch dahin wollte und ich in Dar Freunde habe, bei denen wir schlafen können, haben wir uns kurzfristig entschlossen mitzufahren.
Also begann die letzten Tage mal wieder die Planung für den Trip, was immer alleine schon ein Abenteuer ist. Da wir (Judith und ich) nach wie vor Visa Probleme haben, weil unsere Aufenthaltsgenehmigung Ende Juni auslaufen. Die Helden von der Behörde haben die schlichtweg einen Monat zu kurz ausgestellt. Daher sind unsere Aufenthaltsgenehmigungen momentan in Lusaka bei der Verwaltung von der Kirche dort, die sich um solche Sachen kümmern. Die Mitarbeiter dort scheinen mir aber auch nicht fähiger zu sein, wir haben das ganze nämlich schon vor drei Wochen dahin geschickt und die haben es immer noch nicht fertig gebracht, die Papiere zum Korrigieren einzureichen. War aber Glück für mich, denn ich brauchte noch eine Kopie, damit ich aus Tansania wieder nach Sambia einreisen kann. Das ganze wurde dann noch vom Bischof und der Verwaltung hier in Ndola beglaubigt.
Bis man allerdings mal die Informationen hatte, wo unsere „Studentengenehmigung“ befindet, eine Kopie per Fax hochgesendet wurde und das Ganze noch beglaubigt war, vergingen noch viele schwierige und nervende Stunden. Alles nicht so einfach hier, aber erstaunlicherweise herrscht immer ein riesen Chaos und am Ende klappt doch immer alles.
Dienstag geht’s dann (hoffentlich) los. Bis dahin wird hier auch nicht viel passieren, außer dass ich morgen mal wieder bei einer SCC (small christian community) auf Feierlichkeiten eingeladen bin. Und danach mit den Össis Fußball gucken werde. Samstag geht’s evtl. die sambische Nationalmannschaft gucken.
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Tobias am 26. Mai 2011. Abgelegt in
Allgemein Wie schon in der Bibel geschrieben, folgen auf sieben harte Tage, sieben gechillte. (Oder warn das Jahre?;)) Naja, so jedenfalls geschiehts grade auch bei mir. Diese Woche werden an der Schule die besonders sinnvollen Monatstests geschrieben, bei denen die ganze Woche nichts geschafft wird und die Resultate auch völlig egal sind. Dadurch hatte ich quasi nix zu tun. Montag und Dienstag wurde die Zeit mehr oder weniger abgesessen und mittags noch bisschen gespielt oder Quatsch gemacht mit den Kindern. Das schöne ist, das wir an der Schule auch noch zwei angehende Priester aus Ghana und den Philippinen haben. Der Ghaner is zwar langweilig aber der Philippino is echt en Brüller. Daher war es insgesammt zwar sehr sehr ruhig , aber keineswegs langweilig. Mittwoch stand dann endgültig nur noch ausruhen aufm Programm, da ein afrikanischer Feiertag war. Auch ganz locker, einfach mal drei Tage gar nichts tun. Heute eigentlich genau das gleiche, so dass es wirklich nichts zu erzählen gibt.
Außer vielleicht eine Kleinigkeit: Ich habe hier sehr großes Glück mit meiner Familie. Zum einen werde ich jeden Abend bekocht wie im Sternerestaurant und das noch nicht mal NshimaJ Mutti mag es nämlich nicht so gerne (die wahrscheinlich einzige Sambiarin). Zum andern wurde jetzt für mich das volle Pay-TV Programm gekauft, ohne dass ich es extra gewünscht habe. Daher hört die ewige Langeweile zu Hause jetzt wohl auch etwas auf. Mir werden also quasi alle Wünsche von den Lippen abgelesen. Man kann sich nicht beklagen…
Der nächste Brüller kam alledings heute ABe ich war alleine daheim, als Vati und Mutti gegen halb sechs heim kamen. Clement (also Vati) drückte mir, mehr oder weniger, kommentarlos dreißig Tausend Kwacha (5Euronen) in die Hand. Für Essen, weil die beiden direkt wieder wegwollten. Verstanden habe ich das nicht wirklich, da ich mir auch hier etwas machen, oder einfach auf die beiden warten könnte. Auf die Frage, wohin die beiden gehen, erklärte er mir ganz trocken, er gehe seine Kumpels treffen und Bier trinken und sie gehe zum Gebet. Ich sollte nicht vor 22 Uhr mit ihnen rechnen. Nach kurzer Überschlagung im Kopf hab ich mich dann gewundert wie lange die Kirche wohl gehen müsste und fragte was Gertrude (Mutti) in der restlichen Zeit mache. „Die wartet solange“…. Sie geht also zum Gebet, welches Schätzungsweise bis etwa sieben Uhr geht und wartet anschließend bis frühstens zehn Uhr auf ihren Mann, damit sie ihn heimfahren kann. So kanns gehn in Afrika…
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Tobias am 22. Mai 2011. Abgelegt in
Allgemein Die zurückliegende Woche war die wahrscheinlich härteste Woche bislang in Sambia.
Das bezieht sich zwar auch auf die Arbeitszeit, aber vor allem auf die Arbeit selbst. Wie schon angekündigt war ich am Dienstag und Mittwoch fast alleine an der Schule und hatte die fünfte bzw. sechste Klasse den jeweils ganzen Tag zu betreuen. Kann alzu schwer nicht werden, dachte ich mir. Falsch gedacht… Nachdem ich anfangs einfach mal Mathe Aufgaben über den zurückliegenden Stoff behandelt habe musste ich frustriert feststellen, dass ich die Kinder hoffnungslos überschätzt habe. NIX, aber auch gaaaaar NIX konnten die. Es kam letztlich sogar soweit, dass ich in der sechsten Klasse das kleine einmaleins wiederholen musste. Zu allem Unglück kam noch hinzu, dass die meisten sogar zum abschreiben zu dumm waren bzw. immer bei den Falschen abgeschrieben haben
Vom Verhalten möchte ich erst gar nicht anfangen. Ich dachte wirklich, ICH wäre schlimm gewesen zu meiner Schulzeit, aber das hier übersteigt doch alles. Ich glaube es liegt auch daran, das die genau wissen, dass ich sie nicht schlage (im Gegensatz zu den “normalen” Lehrern). Letztlich habe ich kurzerhand alle rausgeschickt, die bei meinem hundertsten Versuch etwas zu erklären, immernoch störend waren und habe einfach alles eingesammelt, was nicht mit Mathe zu tun hatte, aber dennoch auf den Tischen war. Ein Fehler, wie sich am nächsten Tag herausstellte. Ich habe die Gemälde nämlich meinem Kollegen gegeben und der hat jeden, dem etwas gehörte, nach vorne kommen lassen und erstmal ordentlich zugeschlagen… Offensichtlich (leider) das einzige was hier hilft.
Das Fußballtraining gestaltete sich kein bisschen besser. Ich habe genaue Trainingspläne erstellt und sogar Taktik-Stunden eingeführt, aber das Interesse war sehr gering. Hier geht es nicht wirklich darum, Fußball zu spielen. Das einzige was zählt ist ein paar Tricks zu können und möglichst viele Tore zu machen. Wenn man dann am Ende aber verliert, ist man total enttäuscht und überrascht, dass man verloren hat. Hatte der Deutsche etwa doch Recht?!!?
Gestern war auch das Fußballturnier (Wäre eigentlich einen eigenen Blogeintrag wert), für das ich schon das Schlimmste befürchtet hatte. Verlief typisch sambisch…. Ich war um acht Uhr morgens schon an der Schule, um sieben!!! sollte sich die Mannschaft dort treffen. Als um neun Uhr alle eingedrudelt waren und ich eigentlich schon die halbe Mannschaft heimschicken wollte, gingen wir doch noch zum Bolzplatz im Compound. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist an diesem Ort einen Bolzplatz zu errichten, sollte entweder deutlich mehr, oder deutlich weniger trinken. Bin mir aber nicht sicher, was von beidem. Das Dinge war quadratisch und ich bin mir sicher das ein durchschnittlicher deutscher Kartoffelacker um Welten ebener ist als diese Mondlandschaft.
Nicht nur die Form, sondern auch die Tatsache, dass sich über dem Acker mehrere Trampelpfade, wie ein Spinnennetz erstrecken, macht das ganze eigentlich völlig unbespielbar. Von den ganzen alten Frauen die sich während der Spiele ihren Weg über das Spielfeld bahnten und dabei nicht selten “abgeknallt” wurden will ich gar net anfangen. Auch das mitten im Spiel mal kleine Kinderherde über das Spielfeld herfallen und dem Ball hinterherjagen, hat dem Turnier keinen Abbruch getan. War auch gar nicht nötig… Nachdem das Turnier um elf Uhr, gute zwei Stunden nach geplantem Beginn, begann und man immernoch keine Lösung gefunden hatte, wie man einen Sieger aus sieben Teams (statt der geplanten acht) ausspielen konnte, hatten wir um ein Uhr auch schon unser erstes Spiel. Natürlich gegen eine völlig andere Mannschaft, als man mir vorher mitgeteilt hatte. Selbstredend ging das Spiel mit nur 2:0 verloren. Pllötzlich bestand meine Mannschaft größtenteils aus irgendwelchen zugelaufenen “Superstars” und ich kannte kaum einen beim Namen. Zum zweiten Spiel kam es zum Glück nicht mehr, denn trotz angeblicher Trockenzeit (und es hat seid gut sechs Wochen nicht geregnet!) platzte urplötzlich ein gigantischer Regenschauer vom Himmel.
Wenn ich Regiseur wäre und einen Film über Chaos drehen müsste, ich würde es genau so machen, wie in den folgenden Zeilen beschrieben:
Die jeweils halbe Mannschaft spielte noch, die andere Hälfte lief einfach weg. Der Schiedsrichter lief mim Regenschirm rum und unter dem Bäumen entstand die große Rangelei. Hunderte Menschen liefen wie kopflose Hühner durch die Gegend und keiner kam überhaupt erst auf die Idee einfach bei einem der angrenzenden Pubs Unterschlupf zu finden. Ich war zum Glück so schlau mit meinen Kollegen in einen dieser typisch sambischen Pubs zu gehen. Ein Raum, kaum größer als ein Fußballtor, voll mit besoffenen Sambis, die sich alle, zu einer Uhrzeit, die noch vor Beginn des Formel 1 Qualifyings liegt, mit diesem scheußlichen Maisbier abgefüllt hatte. Zudem schreckliche ohrenbeteubende Musik aus riesigenn Boxen, wie man sie sonst wohl nur bei Konzerten ab 10 000 Besuchern findet. Auf Grund ihrer Trunkenheit und dem ungewohnten Umgang mit mir, dem Musungu, war ich natürlich das Highlight für die Meute. Jeder wollte meine Hand schütteln, mich umarmen und mein Freund sein. Noch mehr Leute wollten endlich ein Getränk ausgegeben bekommen. Das Sortiment des Pubs begrenzte sich, wie immer, auf Maisbier, man kennt hier eh kaum etwas anderes. Ständig irgendeine Hand an mir, ständig einen Besoffenen am Ohr. Fremdsein ist eine Daueranstrengung!!!
Nachdem der Schauer nachgelassen hat, war der ganze Acker nicht nur noch völlig windschief, sondern auch noch durchnässt und matschig. Von den Teams waren sowieso nur noch vereinzelte Spieler anzutreffen, die die Abfahrt der anderen verpasst hatten. Die meisten Entscheidungsträger waren eh schon nach Hause gegangen oder in einem der Pubs hängen geblieben. Daher wurde das Turnier kurzerhand abgebrochen.
Ich hatte an dem ganzen mal wieder ne Menge Spass. Bis auf die Tatsache, das ich im Pub ständig angepöpelt wurde fand ichs super lustig, die ganze Unorganisiertheit und das Chaos mitzuerleben. Man darf die Dinge halt einfach nur nicht zu ernst bzw. persönlich nehmen, wenn man aus einem so strukturierten Land wie Deutschland kommt…
Schönen Gruß und auf Wiedersehen!
Von
Tobias am 16. Mai 2011. Abgelegt in
Allgemein Am Freitag bin ich (hoffentlich) zum letzten Mal umgezogen. Diesmal allerdings zum Glück nicht mehr in eine völlig neue Umgebung und Familie, sondern wieder zu Clement, wo ich anfangs schonmal für gut drei Wochen war.
Ich bin mega glücklich wieder hier zu sein, denn Clement war bislang nicht nur der lustigste und verständnisvollste Vater sondern im Prinzip auch der einzige, den ich hier hatte. Und mit der Zeit werden die sambischen Muttis doch sehr sehr anstrenged, wobei das hier auf Mutti Gertrude (ja, die heißt wirklich so) eigentlich nicht zutrifft.
Zudem lebe ich mitten in der Stadt, was eigentlich perfekt wäre, wenn ich dadurch nicht noch weiter von weg von meinem Arbeitsplatz gezogen wäre. Jetzt brauche ich gut eine Stunde morgens um überhaupt mal auf die Arbeit zu kommen. Bei 7:30 Uhr Unterrichtsbeginn kann das ganz schön früh werden. Aber ich habe ziemliches Glück und muss nur selten zur ersten Stunde da sein…
Meine Arbeit macht hier auch richtig Spaß. Ich unterrichte die fünfte bis siebte Klasse in Mahte und CTS (creativ technologie studies). Das erfordert durchaus ne wirklich gute Vorbereitung, da ich zwar mit dem Stoff keine Probleme habe, mir aber immer wieder neue Ideen einfallen lassen muss, wie ich den jeweiligen Stoff den gelangweilten Kindern auf englisch beibringen kann.
Mit dem Lehrerkollegium komme ich auch super aus und wir haben ne Menge Spass in den Pausen bzw. beim täglichen Mittagessen. Natürlich Nshima.
An der Schule bin ich zudem für das Fußballteam zuständig, welches auch am Samstag schon das erste Turnier gegen sechs andere Schulen hat. Bislang war das Training ein toller Erfolg. Wir konnten sogar schon zweimal in gut sechs Wochen spielen und das waren eigentlich nur Spassspiele “Lehrer gegen Schüler”. Die Bälle gehen hier einfach ständig kaputt und meistens gehen die Jungs (in erster Linie die “alten” Siebtklässler) nach dem normalen Unterricht nach Hause, falls sie denn eins haben. Die wollen zwar eigentlich immer spielen, aber wennss dann soweit ist, ist nie einer da… Schon etwas frustrierend.
Ich werde daher einfach morgen erstmal Fußballtheorie und Taktik machen bevor am Mittwoch dann knallhartes Lauftraining ansteht. Für Donnerstag könnte evtl. vielleicht, unter Umständen ein Ball kommen. Wirklich dran glauben tue ich allerdings nicht.
Für morgen und übermorgen ist ein Großteil der Lehrer auf einem Seminar. Das bedeutet, das ich beide Tage komplett in der fünften bzw. sechsten Klasse bin. Den eigentlichen Stundenplan kann ich allerdings nicht erfüllen. Ich hatte zwar groß angekündigt “LL” (local language, also: Bemba) zu unterrichten, wird mir aber offensichtlich nicht richtig zugetraut. Daher wird es einfach zwei gemischte Tage mit Mathe, CTS, und anderen lustigen Beschäftigungsmaßnahmen, wie Deutschunterricht oder Musik geben.
Samstag dann das Fußballturnier und dann kann ich die vebleibenden Wochen sogar schon an den Fingern abzählen…
Ich freu mich auf den Endspurt!